INCOR®

Mit unseren Produkten unterstützen wir weltweit Patienten mit Herzinsuffizienz – vom Neugeborenen bis zum Erwachsenen.

INCOR®

Das implantierbare Herzunterstützungssystem für Erwachsene

INCOR® ist ein implantierbares Herzunterstützungssystem. Als LVAD („Left Ventricular Assist Device“) dient es der Unterstützung der linken Herzkammer. Berlin Heart hat das INCOR® System entwickelt, da immer mehr Patienten auf eine permanente Herzunterstützung („Destination Therapy“, DT) angewiesen sind. Der axiale Rotor in der INCOR® Pumpe ist freischwebend und aktiv magnetisch gelagert. So kann das System dauerhaft und verschleißfrei die Pumpleistung des linken Ventrikels übernehmen. Neben der permanenten Therapieform lässt sich INCOR® ebenso als Überbrückung bis zu einer Transplantation („Bridge to Transplant“, BTT) oder bis zur Erholung des Herzens („Bridge to Recovery“, BTR) einsetzen. Seit seinem ersten Einsatz 2002 hat das System etwa 700 Patienten unterstützt.

Funktionsweise

Die INCOR® Pumpe wird direkt unter dem Herzen und oberhalb des Diaphragmas (Zwerchfell) implantiert. Kanülen verbinden die Pumpe mit dem Herzen und der Aorta (Hauptschlagader). An der Pumpe befindet sich außerdem ein Kabel, das die Pumpe mit einer Steuereinheit außerhalb des Körpers verbindet. Die Steuereinheit und zwei externe Akkus versorgen den Motor in der INCOR® Pumpe. Das System ermöglicht so einen kontinuierlichen Fluss und pumpt pro Minute bis zu acht Liter Blut durch den Körper. Da das Blut nicht pulsierend, sondern konstant fließt, lässt sich am Patienten zumeist nur ein schwacher oder kein Puls fühlen. Mit den zwei Akkus ist der Patient bis zu sieben Stunden mobil.

Implantation

Die Implantation wird unter Verwendung von standardisierten chirurgischen Techniken und einer Herz-Lungen-Maschine durchgeführt. Die zwei Kanülen werden in der Regel mit der linken Herzhälfte und der Aorta verbunden, ­während das Herz weiter­hin schlägt. In Ausnahmefällen wird das Herz kurzzeitig zum Stillstand gebracht. Anschließend wird die INCOR® Pumpe mit den Kanülen verbunden. Danach führt der Chirurg das Pumpenkabel durch die Haut. Das Pumpenkabel tritt im rechten Bauchraum aus der Haut aus. Das Klinikpersonal verbindet das Pumpenkabel mit der Steuereinheit, die durch zwei Akkus betrieben wird. Sobald die INCOR® Pumpe läuft, pumpt sie Blut von der geschwächten linken Herzkammer über die Aorta in den Körper. Abschließend wird die Arbeit der Herz-Lungen-Maschine reduziert und schließlich beendet.

Krankenhausaufenthalt

Nach der Operation kommt der Patient auf die Intensivstation. Erfahrene ­Intensivärzte und Pflegekräfte begleiten nun den Heilungsprozess des Patienten. Bei unauffälligem Verlauf bleibt der Patient etwa zehn Tage im Krankenhaus. Es ist jetzt sehr wichtig, regelmäßig die Austrittsstelle des Pumpenkabels zu kontrollieren, zu reinigen und zu bandagieren, um einen schnellen Heilungsprozess zu unterstützen. Die Funktion des Herzunterstützungssystems wird ständig überwacht. Der Patient nimmt fortan Antikoagulantien (Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen) ­ein, um die Bildung von Thromben (Blutgerinnseln) zu vermeiden.

Jetzt rückt die Frage nach Möglichkeiten regelmäßiger Bewegung in den ­Mittelpunkt. Bei längeren Liege­zeiten kommt es zum Rückgang von Muskeln, die nun Schritt für Schritt neu aufgebaut werden ­müssen. Der behandelnde Arzt kann geeignete Möglichkeiten empfehlen, die den Erholungsprozess beschleunigen, z.B. durch Wandern, Rad fahren und Gymnastik.

Leben mit INCOR®

Wichtige Themen sind die Wundversorgung und die dauerhafte medikamentöse Antikoagulation. Der ­Verband an der Austrittstelle des Kabels muss regelmäßig mit großer Sorgfalt gewechselt und die Wunde versorgt werden. Nach einem erfolgreichen Training zu der Wundver­sorgung, zu der Hand­habung des VADs sowie zu dem Umgang mit lebens­wichtigen Medikamenten (z.B. Anti­koagulantien zur Verdünnung des Blutes) kann der Patient bei entsprechendem Gesundheitszustand nach Hause ­entlassen werden. Der Patient muss z.B. die Akkulaufzeit kontrollieren und Akkus austauschen ­können. Auch lernt er, wie auf Mitteilungen des Herzunterstützungs­systems zu reagieren ist.
Von nun an ist der Besuch der ambulanten Behandlungsstelle der Klinik nur für Kontrolluntersuchungen notwendig. Bei Bedarf steht das klinische VAD Team aber jederzeit zur Verfügung. ­Die Nach­­­sorge und Wundversorgung muss nicht zwingend in der Implantationsklinik erfolgen. Sie sind auch in einem Krankenhaus am jeweiligen Wohnort möglich.

Das INCOR® System erlaubt ein mobiles Leben. Dadurch steigt nicht nur die Lebensfreunde, der Patient kann sich auch körperlich besser auf eine mögliche Herztransplantation vorbereiten. Mobil sein bedeutet zudem, den täglichen Aufgaben und Freizeit­aktivitäten besser nachgehen zu können. Viele ­Patienten gehen mit ihrem INCOR® System einkaufen, fahren Fahrrad und in den Urlaub. Wenn der Arzt und Arbeitgeber ihre Zustimmung geben, ist sogar der Weg zurück an den Arbeitsplatz möglich.

Hinweis: Die hier aufgeführten Therapiebeschreibungen sind beispielhaft und können je nach Patient variieren. Bei Fragen zu Ihrem individuellen Zustand und Therapieoptionen wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt.

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Bild Max. K.

Max K. aus Bayern, Deutschland

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