EXCOR® Adult

Mit unseren Produkten unterstützen wir weltweit Patienten mit Herzinsuffizienz – vom Neugeborenen bis zum Erwachsenen.

EXCOR® Adult

Das parakorporale Herzunterstützungssystem für Erwachsene

EXCOR® Adult ist ein parakorporales, pulsatiles Herzunterstützungssystem, kurz VAD („Ventricular Assist Device“) genannt. Parakorporal bedeutet, dass sich die Blutpumpen außerhalb des Körpers befinden und über Kanülen mit dem Herzen und den Gefäßen verbunden sind.

EXCOR® Adult kann für die mechanische Unterstützung einer Herzkammer (linksseitig / LVAD bzw. rechtsseitig / RVAD) oder auch beider Herzkammern (beidseitig / BVAD) zum Einsatz kommen.

Das System

Weltweit einzigartig für die kurz-, mittel- und langfristige Herzunterstützung

Weltweit verwenden Kliniken das System für die kurz-, mittel- und langfristige Herzunterstützung. Die Herzpumpe wird in der Regel eingesetzt, um die Zeit bis zu einer Herztransplantation zu überbrücken. Seit seinem ersten Einsatz 1987 hat das System mehr als 2.200 Patienten unterstützt.

 

Die Funktionsweise

Das zentrale Element des EXCOR® Herzunterstützungssystems ist die Blutpumpe. Sie besteht aus einer Blut- und einer ­Luftkammer, die durch eine Dreifach-Membran getrennt sind. Über einen Schlauch pumpt ein pneumatischer Antrieb abwechselnd Luft in die Luftkammer der Blutpumpe hinein und wieder heraus. So entsteht eine pulsierende Bewegung der Membranen. Diese bewirkt, dass Blut über Kanülen aus dem Körper in die blutführende Seite der Pumpe hinein und wieder zurück in den Körper gepumpt wird.

Ähnlich wie das Herz besitzen die EXCOR® Blutpumpen Klappen. Sie sorgen dafür, dass das Blut nur in eine Richtung fließen kann. Die Pumpfrequenz lässt sich dabei an die individuellen Bedürfnisse des Patienten anpassen. Bei Jugendlichen und Erwachsenen wird die stationäre Antriebs­einheit Ikus durch das Excor mobil ersetzt, sobald der Patient stabil ist. Damit können sich die Patienten weitgehend frei bewegen und nach Hause entlassen werden. 

Die Implantation

Das EXCOR® wird unter Einsatz standardisierter ­chirurgischer Techniken und einer Herz-Lungen-Maschine implantiert. Letztere übernimmt die Zirkulation und die Sauerstoff­versorgung des Blutes während die EXCOR® ­Kanülen mit dem Herzen und den Blutgefäßen verbunden werden. Nachdem die Kanülen durch die Haut geführt wurden, verbindet der Chirurg die Kanülen mit den EXCOR® Blutpumpen. Das VAD-Team passt Pump­frequenz und Pumpdrücke über die stationäre Antriebseinheit Ikus an. So stellt es die optimale Leistung der Blutpumpen sicher. Zeitgleich ­wird der Patient schrittweise von der Herz-Lungen-Maschine entwöhnt und das EXCOR® VAD übernimmt die weitere Pumpleistung.

Der Krankenhausaufenthalt

Nach der Implantation wird der Patient auf der Intensivstation betreut. Erfahrene Intensivärzte und Pflegekräfte untersuchen den Patienten eingehend und führen Labortests durch. Darauf folgt die stationäre Behandlung. Je nach Ausgangszustand kann es einige Wochen dauern, bis sich der Körper erholt hat. Ärzte kontrollieren regelmäßig die Austrittstelle der Kanülen, reinigen sie und legen einen sterilen Wundverband an, um einen schnellen Heilungsprozess zu unterstützen. Die Funktion des Herzunterstützungssystems wird ständig überwacht. Um die ­Bildung von Thromben (Blutgerinnseln) zu vermeiden, nimmt der Patient fortan Antikoagulantien (Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen) ein­. Daneben ist auf eine gesunde Ernährung zu achten. Das Krankenhausteam stellt hierfür einen individuellen Ernährungsplan auf. Sobald der Gesundheitszustand stabil ist, kann die stationäre Antriebs­einheit Ikus gebenenfalls durch das Excor mobil ersetzt werden.

Der Alltag mit dem EXCOR® Adult

Nach einem Training zum Verbandswechsel der ­Kanülen-Austrittsstellen und der allgemeinen Hand­habung des VAD ist eine Entlassung je nach Patientenzustand möglich.

Vor der Entlassung erklärt das VAD-Team dem Patienten und seinen Angehörigen u.a.:

  • worauf bei Verbandswechsel und Wundpflege zu achten ist
  • wie die Pumpenkontrolle durchgeführt wird und worauf dabei zu achten ist
  • wie die Akkulaufzeit kontrolliert wird
  • wie Akkus ausgetauscht werden und
  • wie auf Mitteilungen des VAD richtig reagiert wird

Zwingende Voraussetzung für die Entlassung ist, dass man sich im Umgang mit dem VAD sicher fühlt. Nach der Entlassung besucht der Patient die ambulante Behandlungsstelle der Klinik nur noch für Kontrolluntersuchungen­. Bei Bedarf steht das klinische VAD-Team jederzeit zur Verfügung. ­Die Nach­­­sorge und Wundversorgung muss nicht zwingend in der Implantationsklinik erfolgen. Sie sind grundsätzlich auch in einem Krankenhaus am jeweiligen Wohnort möglich.

Der mobile Antrieb des EXCOR® schafft gute ­Voraus­­­setzungen, um sich im Alltag zurechtzufinden. Trotz un­vermeid­barer Einschränkungen kann der Patient schon bald wieder früheren Aufgaben und Freizeit­aktivitäten nachgehen. Stimmen der Arzt und der Arbeitgeber zu, ist sogar der Weg zurück an den Arbeitsplatz möglich. Um den Erholungsprozess zu beschleunigen ist auch Bewegung wichtig. Der behandelnde Arzt kann geeignete Möglichkeiten empfehlen, die den Erholungsprozess beschleunigen.

 

Und die Körperpflege?

Wenn die Austrittsstellen der Kanülen verheilt sind, kann der Patient unter bestimmten Voraussetzungen ­Duschbäder nehmen oder zumindest einzelne Körper­regionen abduschen. In jedem Fall muss das EXCOR® System zuvor auf Batterie­betrieb umgeschaltet und alle äußeren Teile vor Spritzwasser geschützt werden.

Hinweis: Die hier aufgeführten Therapiebeschreibungen sind beispielhaft und können je nach Patient variieren. Bei Fragen zu Ihrem individuellen Zustand und Therapieoptionen wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt.