EXCOR® Pediatric

Mit unseren Produkten unterstützen wir weltweit Patienten mit Herzinsuffizienz – vom Neugeborenen bis zum Erwachsenen.

EXCOR® Pediatric

Das Herzunterstützungssystem für junge Patienten

EXCOR® Pediatric ist ein parakorporales, pulsatiles Herzunterstützungssystem, kurz VAD („Ventricular Assist Device“) genannt. Parakorporal bedeutet, dass sich die Blutpumpen außerhalb des Körpers befinden und über Kanülen mit dem Herzen und den Gefäßen verbunden sind.

Das System kann für die mechanische Unterstützung einer Herzkammer (linksseitig / LVAD bzw. rechtsseitig / RVAD) oder auch beider Herzkammern (beidseitig / BVAD) zum Einsatz kommen.

Das System

Weltweit einzigartig für Kinder, Kleinkinder und Säuglinge

Berlin Heart hat das EXCOR® Pediatric VAD speziell für die Anwendung bei Kindern, Kleinkindern und sogar Säuglingen entwickelt. Durch die Vielfalt der Blutpumpen und Kanülen können wir so alle Patientengrößen gezielt versorgen.

Weltweit verwenden Kliniken das System für die kurz-, mittel- und langfristige Herzunterstützung. Die Herzpumpe wird zumeist eingesetzt, um die Zeit bis zu einer Herztransplantation zu überbrücken. In manchen Fällen erholt sich das native Herz auch amSystem. EXCOR® Pediatric hat sich seit seinem ersten Einsatz 1990 bewährt und inzwischen mehr als 2.000 junge Patienten unterstützt. Es ist das weltweit einzige zugelassene System für Kinder ab 2,2 kg.

 

Die Funktionsweise

Das zentrale Element des EXCOR® Herzunterstützungssystems ist die Blutpumpe. Sie besteht aus einer Blut- und einer Luftkammer, die durch eine Dreifach-Membran getrennt sind. Über einen Schlauch pumpt ein pneumatischer Antrieb abwechselnd Luft in die Luftkammer der Blutpumpe hinein und wieder heraus. So entsteht eine pulsierende Bewegung der Membran. Diese bewirkt, dass Blut über Kanülen aus dem Körper in die blutführende Seite der Pumpe hinein und wieder zurück in den Körper gepumpt wird. Ähnlich wie das Herz besitzen die EXCOR® Blutpumpen Klappen. Sie sorgen dafür, dass das Blut nur in eine Richtung fließt. Die Pumpfrequenz lässt sich dabei an die individuellen Bedürfnisse des Patienten anpassen.

 

                                   

Die Implantation

Das EXCOR® wird unter Einsatz standardisierter ­chirurgischer Techniken und einer Herz-­Lungen-Maschine implantiert. Letztere übernimmt die Zirkulation und die Sauerstoff­versorgung des Blutes während die EXCOR® ­Kanülen mit dem Herzen und den Blutgefäßen verbunden werden. Nachdem die Kanülen durch die Haut geführt wurden, verbindet der Chirurg die Kanülen mit den EXCOR® Blutpumpen. Das VAD-Team passt Pump­frequenz und Pumpdrücke über die stationäre Antriebseinheit Ikus an. So stellt es eine optimale Funktion der Blutpumpen sicher. Zeitgleich ­wird das Kind schrittweise von der Herz-Lungen-Maschine entwöhnt und das EXCOR® VAD übernimmt die weitere Pumpleistung.

Der Krankenhausaufenthalt

Nach der Implantation wird das Kind auf der Intensivstation betreut. Erfahrene Kardiologen betreuen den jungen Patienten, führen regelmäßig Routine-Labortests und echographische Untersuchungen durch. Je nach Ausgangszustand kann es einige Wochen dauern, bis sich der Patient erholt hat. Ärzte kontrollieren regelmäßig die Austrittstellen der Kanülen, reinigen sie und legen einen sterilen Wundverband an, um einen schnellen Heilungsprozess zu unterstützen. Die Funktion des Herzunterstützungssystems wird ständig überwacht. Um die ­Bildung von Thromben (Blutgerinnseln) zu vermeiden, nimmt der junge Patient fortan Antikoagulantien (Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen) ein­.

Der Alltag mit EXCOR® Pediatric

Auf der Kinderstation können sich die Eltern junger Patienten – je nach den individuellen Gegebenheiten – einbringen und Teile der Pflege ihres Kindes übernehmen, beispielsweise das Wechseln des Wundverbandes. Die transkutanen (hautdurchdringenden) Austrittstellen der Kanülen werden regelmäßig gereinigt und steril verbunden, um einen schnellen Heilungsprozess zu fördern. Ist das Kind fit genug, kann es im Spielzimmer spielen und sogar am Schulunterricht im Krankenhaus teilnehmen.

Das VAD-Team und die Krankenschwes­tern schulen die Angehörigen hinsichtlich des EXCOR® Systems, der Pumpenkontrolle sowie der Antriebseinheit Ikus. Damit sind sie in der Lage, dem Kind zu helfen, sich im Krankenhaus und später auch auf dem Gelände der ­Klinik so frei wie im Rahmen der Therapie möglich zu bewegen. Das EXCOR® System wird so eingestellt, dass es den jungen Patienten mit einer­ adäquaten Pumpleistung versorgen kann. So können die Reha­bilitation und die Physiotherapie theoretisch schon vor der Herztransplan­tation starten.

Um den Erholungsprozess zu beschleunigen ist auch Bewegung wichtig. Dies gilt ins­besondere für Babys und Kleinkinder, die in der Klinik Krabbeln und Laufen lernen. Es wird darauf Wert gelegt, dass die kleinen Patienten auch während der EXCOR® Therapie in ihrer Entwicklung unterstützt werden.

 

 

Die ambulante Pflege jugendlicher Patienten

Sind bestimmte Bedingungen erfüllt, können ­jugend­liche Patienten das mobile Antriebssystem EXCOR® nutzen. Das Excor mobil erlaubt, schneller zurück in den Alltag zu finden.
Vor der Entlassung erklärt das VAD-Team dem Patienten und seinen Angehörigen u.a.:

  • worauf bei Verbandswechsel und Wundpflege zu achten ist
  • wie die Pumpenkontrolle durchgeführt wird und worauf dabei zu achten ist
  • wie die Akkulaufzeit kontrolliert wird
  • wie Akkus ausgetauscht werden und
  • wie auf Mitteilungen des VAD richtig reagiert wird.

Hinweis: Die hier aufgeführten Therapiebeschreibungen sind beispielhaft und können je nach Patient variieren. Bei Fragen zu Ihrem individuellen Zustand und Therapieoptionen wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt.