EXCOR® Pediatric

Berlin Heart ist Ihr Partner während der gesamten VAD Therapie: von der Wahl des richtigen Systems, über die Implantation bis hin zur Nachsorge Ihres Patienten.

EXCOR® Pediatric

Unterstützung für Kinder mit schwerem Herzversagen

EXCOR® Pediatric ist ein mechanisches, pulsatiles Herzunterstützungssystem (engl. Ventricular Assist Device, VAD). Das parakorporale VAD dient der kurz- bis langfristigen Unterstützung der links- und/oder rechtsventrikulären Pumpfunktion. Indiziert ist es bei lebensbedrohlich erkrankten Kindern mit akutem Herzversagen nach Ausschöpfung aller konservativen Therapieoptionen. EXCOR® Pediatric ist für den Einsatz bei jungen Patienten ausgelegt, vom Neugeborenen bis zum Jugendlichen.

Zu dem System bietet Berlin Heart ein umfassendes Service-Konzept. Unser Clinical Affairs Team – bestehend u.a. aus Herzchirurgen und Kardiotechnikern – unterstützt Sie während der gesamten VAD Therapie: angefangen bei Produktschulungen, Beratung zur Patientenselektion, über die Implantation bis hin zur Nachsorge und Systemeinweisung für das behandelnde Personal.

Bei Fragen erreichen Sie unsere Experten jederzeit über die 24-Stunden-Hotline.

Vorteile

Das zeichnet EXCOR® Pediatric aus

  • Wiederherstellung der für die Organversorgung erforderlichen Blutperfusion bei Herzversagen
  • Verbesserung der Endorganfunktion und des Allgemeinzustands
  • Exzellente Ergebnisse, auch bei mehrjähriger Anwendung
  • Erfolgreich eingesetzt als Bridge-to-Tranplant (BTT) sowie Bridge-To-Recovery (BTR)
  • Breites Einsatzspektrum: LVAD, RVAD und BVAD
  • Passende Pumpen und Kanülen für alle Körpergrößen und unterschiedliche anatomische Gegebenheiten
  • Carmeda® BioActive Heparin-Beschichtung zur Reduzierung thrombotischer Ablagerungen
  • Verwendung von Materialien von höchster Biokompatibilität
  • Transparente Materialien zur Kontrolle der blutführenden Komponenten
  • Funktionssicherheit durch redundante Auslegung der wesentlichen Antriebs-Komponenten

Komponenten

Ein System abgestimmter Komponenten

Das System EXCOR® Pediatric besteht aus den folgenden Komponenten, die optimal aufeinander abgestimmt sind und sich in der Praxis bewährt haben:

Silikonkanülen

Unsere EXCOR® Kanülen werden in Handarbeit aus Silikon medizinischer Qualität hergestellt. Um Patienten bestmöglich zu versorgen, umfasst das Kanülen-Portfolio verschiedene Kanülentypen und -größen mit folgenden Eigenschaften:

  • Höchste Biokompatibilität bei uneingeschränkter Produktlebenszeit
  • Anpassung an verschiedene anatomische Verhältnisse durch vielfältig angepasste Durchmesser, Längen, Winkel sowie Kopfformen
  • Bei Gefäß- bzw. Vorhofkanülen: Formgebungsdraht zur Anpassung an die individuelle Anatomie
  • Velourbeschichteter Nahtring, entwickelt für eine schnelle und sichere Anastomose
  • Gutes Einwachsen der Kanülen an der Hautdurchtrittsstelle dank der Velours-Ummantelung

Blutpumpen

Das EXCOR® Pediatric Portfolio umfasst Blutpumpen verschiedener Größen, die optimal auf den Bedarf der Patienten angepasst sind. Vom Neugeborenen bis zum Jugendlichen können die jungen Patienten somit lückenlos versorgt werden. Die Auswahl der Pumpengröße je nach benötigten Pumpen-Minutenvolumen ist abhängig von Körpergewicht und Körpergröße des Patienten. Unsere Blutpumpen haben folgende Eigenschaften:

  • Verschiedene Größen verfügbar: 10, 15, 25, 30, 50 und 60 ml Pumpvolumen
  • Transparentes Polyurethangehäuse ermöglicht Sichtkontrolle: Erkennbarkeit der Pumpenfüllung und eventueller Ablagerungen
  • Flexible Dreifach-Membran für hohe Sicherheit, Graphitpulver zwischen Membranschichten minimiert Reibung
  • Hochglatte, strömungsoptimierte Blutkontaktfläche mit Carmeda® BioActive-Surface-Beschichtung für bestmögliche Blutkompatibilität
  • Sichere Entlüftung über Entlüftungsstutzen
  • Dreisegel-Klappe aus Polyurethan für geräuschlose Arbeitsweise bei hoher Zuverlässigkeit
  • Blutpumpen mit Dreisegel-Klappe aus Polyurethan und Blutpumpen mit Doppelflügelventilen aus Carbon

Die EXCOR® Blutpumpen sind über Kanülen mit dem Herzen bzw. den herznahen Gefäßen verbunden. Nach der Implantation werden sie zunächst von der stationären pneumatischen Antriebseinheit Ikus betrieben. Am Antrieb werden für jeden Patienten individuelle Parametereinstellungen hinterlegt, um eine pulsierende Bewegung der Blutpumpen-Membran zu erzeugen. So kann eine Unterstützung der Herzfunktion gewährleistet werden. Nach der Mobilisierung besteht – für Patienten, die mit einer 60 ml Blutpumpe versorgt werden – die Möglichkeit, auf das mobile Antriebssystem Excor zu wechseln.

Stationäre Antriebseinheit Ikus

Die Antriebseinheit Ikus ist eigens für den stationären Einsatz mit den EXCOR® Blutpumpen konzipiert. Als leistungsfähiger Alleskönner deckt der Ikus sämtliche Einsatzbereiche ab:

  • Pumpfrequenz, Betriebsmodus, Treibdrücke in weiten Grenzen variabel
  • Biventrikulärer Betrieb im Gleichtakt, Gegentakt oder mit unabhängiger Ansteuerung der Pumpen
  • Laptop mit fest installiertem Monitorprogramm zur Systemkonfiguration und Kontrolle
  • Hohe Sicherheit durch mehrfache Redundanz
  • Automatische 30-minütige Akkuversorgung bei Netzausfall
  • Patiententransport innerhalb der Klinik im Akkubetrieb
  • Akustische und optische Alarmierung
  • Klartext-Meldungen im Monitorprogramm
  • Umfassende Systemstatus-Information auf einen Blick

Mobiles Antriebssystem Excor

Die Mobilisierung junger Patienten ist wichtig für ihr Wohlbefinden. Für Jugendliche ab einem Gewicht von etwa 40 bis 50 kg kann der Einsatz von Blutpumpen ab 60 ml erwogen werden. Für diese Blutpumpen ist der akkuversorgte Antrieb Excor mobil einsetzbar. Er ermöglicht eine freie Beweglichkeit über mehrere Stunden.

  • Optimaler Arbeitspunkt innerhalb voreingestellter Grenzen
  • Synchrones Pumpen mit gleichzeitigem Druckaufbau vergleichbar mit natürlicher Herzkontraktion
  • Geringes Gewicht
  • Akustische und optische Alarme bei Störungen
  • Zwei Akkus für mehrstündigen netzunabhängigen Betrieb
  • Klar gestaltetes Display auf jedem Akku: Ladezustand wird angezeigt
  • Notfallbatterien in den Antrieben für zusätzliche Sicherheit
  • Modularer Aufbau ermöglicht Komponententausch durch Patienten

Postoperatives Management

Wundmanagement

Die Kanülen des parakorporalen EXCOR® VAD werden unterhalb des Rippenbogens aus dem Thorax ausgeleitet. Um die Kanülen-Austrittstellen entstehen dabei je nach Therapieform bis zu vier einzelne Wunden, die über den gesamten Therapieverlauf nach antiseptischen Standards versorgt werden müssen. Je akribischer die Wundversorgung, desto geringer ist das Risiko einer Wundheilungsstörung.

Der Verband dient nicht nur dem sterilen Wundverschluss. Auch werden so die Kanülen im Austrittsbereich immobilisiert, wodurch die Wundheilung unterstützt wird. Zusätzlich wirkt der Verband zugentlastend auf die Kanülen. So kann der Heilungsprozess ebenfalls gefördert werden.

In der frühen postoperativen Phase wird der Wechsel des Wundverbands täglich durchgeführt. Bei unauffälligem Heilungsverlauf kann das Intervall für den Verbandswechsel auf zweimal wöchentlich erweitert werden. Sobald sich das Erscheinungsbild der Austrittstellen ändert (z.B. zirkumferenzielle Hautrötung, Sekretaustritt etc.) wird die Wundpflege situationsbedingt angepasst.

Antikoagulation

Nach wie vor stellt die Antikoagulations-Therapie bei VAD Patienten eine Herausforderung dar: Die Gerinnung muss medikamentös so eingestellt werden, dass es weder zur Bildung von Ablagerungen im VAD, noch zu schwerwiegenden Blutungskomplikationen beim Patienten kommt.

Die Antikoagulationstherapie wird frühestens 24 Stunden nach der Implantation mit der Gabe von Heparin begonnen. Wenn möglich, sollte frühzeitig auf eine orale Therapie mit Vitamin-K-Antagonisten umgestellt werden. Die Antiaggregationstherapie erfolgt durch die Kombination von Acetysalicylsäure (ASS) und gegebenenfalls Dipyridamol und Clopidrogrel.

Die Auswahl und Dosierung der postoperativ verabreichten Substanzen wird durch ein engmaschiges Monitoring kontrolliert. Das Monitoring umfasst neben der Thrombelastographie (z.B. Rotem®) auch die Kontrolle der Thrombozytenfunktion mit Hilfe der Aggregometrie (z.B. Multiplate™). Die Antikoagulation erfolgt PTT- bzw. INR-gesteuert.

Pumpeninspektion

Durch ein VAD wird die Blutzirkulation mechanisch unterstützt. Das bedeutet, dass das Blut in Kontakt mit nicht-biologischen Oberflächen wie Silikon oder Metall kommt. Das Blut reagiert auf diesen Kontakt wie bei einer offenen Wunde: Es koaguliert, wodurch die künstliche Oberfläche durch einen biologischen Film bedeckt wird. Um dies zu verhindern, bekommt der Patient eine medikamentöse Antikoagulations-Therapie. In regelmäßigen Abständen wird das Blut analysiert, um zu kontrollieren, ob die Thrombozyten-Hemmung effektiv ist.

Genauso wichtig ist die regelmäßige Kontrolle der EXCOR® Blutpumpe sowie des sichtbaren Anteils der Kanülen. Diese findet mehrmals täglich unter Zuhilfenahme eines Spiegels und einer Taschenlampe statt. Durch das transparente Polyurethan-Gehäuse kann der blutführende Teil der Blutpumpe inspiziert werden. Werden bei der Pumpenkontrolle kleine Fibrinablagerungen festgestellt, wird mit einer Anpassung der Antikoagulationstherapie darauf reagiert. Sollte sich bereits eine thrombusartige Formation gebildet haben, wird die Blutpumpe ausgetauscht.

Durch das ebenfalls transparente Gehäuse der Luftseite der Blutpumpe ist die ständig zwischen Pumpenfüllung und Pumpenentleerung umschlagende Membran gut zu erkennen. Anhand der Membranbewegung lässt sich ablesen, ob die Antriebsparameter optimal eingestellt sind, oder eine Optimierung vonnöten ist.

Systemhandling

Das EXCOR® VAD ist ein pneumatisches Herzunterstützungssystem. Zur Abgrenzung der Blut- und Luftseite der Blutpumpe dient eine dreilagige Membran. Die Membran ist gewölbt und kann durch wechselnde Drücke in Bewegung gesetzt werden. Die Drücke werden ausgehend von einem Antriebssystem über einen Schlauch in die Pumpe geleitet.

Wird positiver Druck auf die Membran aufgebracht, verdrängt sie das Blut aus der Blutkammer zurück in den Blutkreislauf des Patienten. Durch negativen Sog füllt sich die Blutpumpe wieder mit Blut. Klappen in den Ein- und Auslassstutzen sorgen dafür, dass das Blut nur in eine Richtung zirkulieren kann. Die Blutpumpen unterscheiden sich in der Größe ihres Schlagvolumens, also der pro Schlag verdrängten Blutmenge. Über die Pumpenrate wird eingestellt, wie häufig sich die Membran in der Minute bewegt. Die Rate ist so zu wählen, dass der resultierende Blutfluss dem Bedarf des Patienten entspricht.

Antriebsmanagement

Der Ikus ist ein leistungsstarkes stationäres Antriebssystem zum Betreiben der EXCOR® Blutpumpen. Das System verfügt über eine Vielzahl von Einstellungsmöglichkeiten, um pädiatrische Patienten aller Alters- und Gewichtsklassen zu jedem Zeitpunkt der EXCOR® Therapie optimal unterstützen zu können.

Alle steuerungsrelevanten Systemkomponenten sind redundant ausgelegt, um ein maximales Maß an Sicherheit zu bieten. Obwohl als stationäres Antriebssystem konzipiert ermöglicht der Batteriebetrieb den Transfer des Patienten am System innerhalb der Klinikeinrichtung.

Über einen im Antriebssystem integrierten Laptop können die Einstellungen jederzeit überprüft und ggf. optimiert werden. Die Füllungs- (Diastole) und Entleerungsdrücke (Systole) werden individuell für jeden Patienten so eingestellt, dass das Blut möglichst schonend durch das VAD fließt. Der typische rechteckige Kurvenverlauf der auf dem Laptop dargestellt wird kommt durch die verwendete Kompressor-Technik zustande, mit der die alternierenden Drücke erzeugt werden.

Video

So funktioniert das VAD-System von EXCOR® Pediatric