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Therapiemöglichkeiten

Bei der Therapie der Herzinsuffizienz unterscheidet man zwischen der Therapie der akuten und der chronischen Herzinsuffizienz.

Therapie der aktuen Herzinsuffizienz

Eine akute Herzinsuffizienz ist eine Funktionsstörung des Herzens, die zu einer Minderperfusion der Organe mit Blut führt. Die häufigste Ursache der akuten schweren Herzinsuffizienz ist eine Myokardischämie, wie sie im Rahmen eines akuten Myokardinfarktes auftritt. Weitere Ursachen der akuten Herzinsuffizienz können Herzrhythmusstörungen, Koronarembolien, akute Myokarditiden, Lungenembolien, Myokardtamponade, akute Dekompensationen bei Klappenvitien oder andere, seltenere Ursachen (z.B. intrakardiale Tumore) sein.

Neben der kausalen Behandlung der akuten Herzinsuffizienz ist oftmals eine medikamentöse Therapie mit Inotropika zur Kreislaufstabilisierung notwendig. Lassen sich die Kreislaufverhältnisse tortz Behebung der Ursache für die Herzinsuffizienz und maximaler medikamentöser Unterstützung nicht stabilisieren, empfiehlt sich der Einsatz mechanischer Herzunterstützungssysteme. Die Wahl des richtigen Systems ist dabei abhängig von dem Zustand des Patienten, der prognostizierten Dauer des Einsatzes sowie der Verfügbarkeit der Systeme vor Ort. Muss man aufgrund der Ursache der Herzinsuffizienz davon auszugehen, dass es zu keiner Erholung des Herzens kommt bzw. diese länger Zeit in Anspruch nehmen würdeliegt die Indikation zur Implantation eines Langzeitherzunterstützungssystems vor.

Therapie der chronischen Herzinsuffizienz

Ziel der Therapie der chronischen Herzinsuffizienz ist es, das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten und damit nicht zuletzt die Zahl der Krankenhauseinweisungen und die Sterblichkeitsrate signifikant zu senken. Der entscheidende Faktor dabei ist, die Ursachen der Herzinsuffizienz zu erkennen und die Grunderkrankung soweit wie möglich zu behandeln. Für die medikamentöse Therapie der chronischen Herzinsuffizienz haben sich inzwischen unterschiedliche Medikamente etabliert. Einige verbessern nachweislich die Prognose (Betablocker, ACE-Hemmer, AT2-Rezeptorblocker und Aldosteron-Antagonisten), andere wiederum lindern lediglich die Symptome (Diuretika). Neben der medikamentösen Therapie der Herzinsuffizienz, die stets an erster Stelle steht, gibt es diverse invasive Therapiemöglichkeiten. Die chirurgische Therapie der ischämisch bedingten Herzinsuffizienz mittels Myokardrevaskularisation (Stent/Bypasschirurgie) und Klappenrekonstruktion sind solche Optionen bei der Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz.

Als weitere Therapiemöglichkeit kommen Defibrillatoren (implantierbarer Cardioverter/Defibrillator: ICD) zur Verhinderung des plötzlichen Herztodes sowie biventrikuläre Schrittmacher zur Resynchronisationstherapie (Cardiac Resynchronisation Therapy: CRT) in Betracht, wobei jedoch nur rund  60% aller implantierten Patienten von einer CRT-Therapie profitieren.
Bei einer fortgeschrittenen Herzinsuffizienz entsprechend NYHA Klasse III-IV empfiehlt es sich, die Indikation zur Implantation eines Unterstützungssystems zu prüfen. Die Indikation besteht bei Patienten, die trotz der Ausschöpfung optimaler medikamentöser Therapien und des Einsatzes elektronischer Geräte, dennoch eine fortschreitende Herzinsuffizienz zeigen. Die Behandlungsstrategie in den meisten dieser Fälle ist die Überbrückung der Zeitspanne bis zu einer Herztransplantation. Abhängig von der Grunderkrankung kann aber auch eine Erholung der Myokardfunktion auftreten, so dass in der Folge das Herzunterstützungssystem wieder explantiert werden kann.

Bei Patienten hingegen, für die eine Herztransplantation nicht infrage kommt, gewinnt der langfristige Einsatz eines Unterstützungssystems im Rahmen einer  permanenten Therapie zunehmend an Bedeutung.